Foodtruck eröffnen in Deutschland: Schritt für Schritt
Standplatz, Gewerbe, Lebensmittelüberwachung, Anhänger und Kasse: die Reihenfolge, jeder Schritt mit seiner amtlichen Quelle.
Romain BarreauGründer von Food Truck Store · 4 Min. LesezeitEinen Foodtruck eröffnen heißt in Deutschland: ein Standplatz, ein angemeldetes Gewerbe, eine Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung und ein Anhänger, der zugelassen und geprüft ist. Hier ist die Reihenfolge, jeder Schritt mit seiner Quelle.

Erst der Standplatz, dann der Anhänger.
Wo Sie verkaufen, entscheidet über Ihre Karte, Ihre Öffnungszeiten und das Format Ihres Anhängers. Klären Sie die ersten Plätze, bevor Sie investieren: Wochenmärkte, Firmengelände, Veranstaltungen.
Das Gewerbe in vier Schritten.
Die Gewerbeanmeldung ist schnell gemacht und löst die nächsten Meldungen aus (§ 14 GewO, § 138 AO, § 192 SGB VII). Ob Sie eine Reisegewerbekarte brauchen, hängt davon ab, wie Sie verkaufen (§ 55 GewO, § 55a GewO).
- Gewerbe anmelden
Beim Gewerbeamt Ihrer Gemeinde, gleichzeitig mit dem Start (§ 14 GewO). In Berlin kostet das 26 €, online 15 €.
- Finanzamt informieren
Die Gemeinde meldet Ihr Gewerbe dem Finanzamt; Ihre Angaben zur steuerlichen Erfassung schicken Sie innerhalb eines Monats elektronisch (§ 138 AO).
- Berufsgenossenschaft
Die Gewerbeanzeige innerhalb einer Woche nach dem Start gilt zugleich als Meldung an die Unfallversicherung (§ 192 SGB VII).
- Reisegewerbekarte prüfen
Nötig, wenn Sie an wechselnden Orten verkaufen (§ 55 GewO); nicht beim regelmäßigen Verkauf von Lebensmitteln an derselben Stelle (§ 55a GewO) und nicht auf festgesetzten Märkten.
Hygiene: was die Behörde erwartet.
Melden Sie Ihren Betrieb vor dem Start der Lebensmittelüberwachung zur Registrierung (VO (EG) Nr. 852/2004, Art. 6). Wer in der Küche arbeitet, braucht die Belehrung durch das Gesundheitsamt, deren Bescheinigung beim Start nicht älter als drei Monate ist (§ 43 IfSG). Wer leicht verderbliche Lebensmittel zubereitet, braucht außerdem eine Hygieneschulung (§ 4 LMHV).
- RegistrierungBei der Lebensmittelüberwachung Ihrer Stadt oder Ihres Kreises, vor dem ersten Verkauf.
- BelehrungBeim Gesundheitsamt, in Berlin 30 € in der Gruppe. Die Bescheinigung haben Sie im Anhänger dabei.
- EigenkontrollenIhr HACCP-Konzept und die Aufzeichnungen dazu, etwa die Temperaturen der Kühlung (VO (EG) Nr. 852/2004, Art. 5).
- Wasser und HändeGenug warmes und/oder kaltes Trinkwasser und Vorrichtungen zum Händewaschen. Bei Food Truck Store: Handwaschbecken mit Warmwasser als Option.


Der Anhänger, startklar gemacht.
Mit der EU-Übereinstimmungsbescheinigung (COC) lassen Sie den Anhänger ohne TÜV-Abnahme zu (§ 6 FZV), für 30 € Gebühr und mit der eVB-Nummer Ihrer Kfz-Haftpflicht (Service Berlin). Die Gasinstallation übernimmt ein Fachbetrieb in Deutschland; geprüft wird sie vor der ersten Inbetriebnahme und danach mindestens alle zwei Jahre (§ 60 StVZO). Die erste Hauptuntersuchung ist beim AIR 220 nach 36 Monaten fällig.
- 30 €Gebühr für die Zulassung
- 2 Jahrebis zur nächsten Gasprüfung, höchstens
- 36 Monatebis zur ersten Hauptuntersuchung beim AIR 220
Wo Sie verkaufen dürfen.
Auf öffentlichen Straßen und Plätzen brauchen Sie eine Sondernutzungserlaubnis der Stadt; in Berlin kostet der Straßenhandel aus Verkaufsfahrzeugen 50 € je angefangenen Monat und Fahrzeug (Service Berlin). Auf Märkten und Festen vergibt der Veranstalter die Plätze, auf Privatgrund brauchen Sie die Erlaubnis des Eigentümers. Viele Städte vergeben Plätze auf öffentlichem Grund nur zurückhaltend (IHK-Merkblatt Foodtruck).
Ihr Standplatz bestimmt Ihren Service.

Kasse und Umsatzsteuer vom ersten Tag an.
Für Speisen gilt seit dem 1. Januar 2026 der ermäßigte Satz von 7 %, für Getränke 19 % (§ 12 UStG). Arbeiten Sie mit einer elektronischen Kasse, braucht sie eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (§ 146a AO). Wer ohne gewerbliche Niederlassung auf Straßen und Plätzen verkauft, führt ein Steuerheft (§ 22 UStG); Ausnahmen regelt § 68 UStDV.
Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung, Krankenversicherung: Der kostenlose Businessplan-Rechner rechnet mit den Regeln von 2026 und zeigt Ihnen Ihre Gewinnschwelle.
Ihr Start, Schritt für Schritt.
Standplatz, Gewerbe, Hygiene, Anhänger, Kasse: In dieser Reihenfolge gehen Sie Schritt für Schritt vor. Finden Sie mit dem Quiz der FTS Academy die passende Ausstattung, lesen Sie, was ein Foodtruck kostet, und sehen Sie sich unsere Verkaufsanhänger an.
Bereit für den ersten Service.

Fragen? Antworten.
Noch eine Frage? Food Truck Store oder unser Partner in Ihrer Region antwortet Ihnen ›Klären Sie zuerst Ihre Standplätze. Dann melden Sie Ihr Gewerbe an, registrieren den Betrieb bei der Lebensmittelüberwachung, holen die Belehrung nach § 43 IfSG und lassen den Anhänger zu. Die Gasanlage wird vor der ersten Inbetriebnahme geprüft.
Meistens ja, wenn Sie an wechselnden Orten verkaufen (§ 55 GewO). Keine brauchen Sie für den regelmäßigen Verkauf von Lebensmitteln an derselben Stelle (§ 55a GewO) und auf festgesetzten Märkten. In Berlin kostet sie 40 bis 500 €.
Die Belehrung durch das Gesundheitsamt nach § 43 IfSG, deren Bescheinigung beim Start nicht älter als drei Monate ist, und für leicht verderbliche Lebensmittel eine Hygieneschulung nach § 4 LMHV.
Dafür brauchen Sie nach dem Gaststättengesetz eine Erlaubnis oder, aus besonderem Anlass, eine Gestattung (§§ 2 und 12 GastG); einige Länder regeln das selbst. Im Reisegewerbe ist das Feilbieten alkoholischer Getränke grundsätzlich verboten (§ 56 GewO).
Der Anhänger kostet bei Food Truck Store ab 13.685 € inkl. 19 % MwSt. (11.500 € netto). Dazu kommen Geräte, Gebühren und Versicherungen: Alle Posten stehen in unserem Ratgeber „Was kostet ein Foodtruck?“.


Von Romain, Gründer 
